1. Kämpfelbachbiker – Tour in 2015 „Gardasee wir kommen“ (21. – 27.05.2015)
Zur ersten KBB-Tour in 2015 starteten 2 Bikerinnen und 9 Biker am 21.05.2015 gen Süden. Alle waren guten Mutes und voller Optimismus. Doch es sollte kommen, wie sie es sich gerade nicht erhofft hatten! Schon bei der Abfahrt war das Wetter für die Jahreszeit viel zu kalt. Und im Laufe des Tages entwickelte sich auch noch Feuchtigkeit am Himmel, die sich nach und nach in Richtung Boden bewegte!
Unsere „Residence Monte Gargnano“ in Sasso (8 Km Kurvengewirr -zum schwindelig fahren- oberhalb von Gargnano) hatten wir bereits ein Jahr zuvor inspiziert und als Ausgangspunkt für unsere Tour für gut befunden. Ich kann es schon vorweg nehmen – bei Graziella und Alain waren wir bestens untergebracht. Und zwar in 3 DZ im Haupthaus (Hotel) und zusätzlich in 2 Chalets. Das nächste Mal würden sich allerdings alle Biker in die außerordentlich komfortablen und gemütlich eingerichteten Chalets einmieten. In dieser Beurteilung waren wir uns alle einig.
Das schlechte Wetter trübte die Stimmung allerdings nicht. Die ganze KBB – Truppe war im Urlaub! Das muss doch entsprechend gefeiert werden. Die Luft war zwar nicht so angewärmt, wie sich das für’s Biken gehört und wie wir das bisher vom Gardasee gewohnt waren, aber das hatte ja auch seine gute Seiten – schwitzen mussten wir auf alle Fälle nicht. Außerdem war es doch ganz gut – so konnten wir auch „endlich“ einmal unsere Gore-Tex-Textil-Klamotten in etwas extremeren Bedingungen testen. Naja, wer’s braucht!??
Ja, die Frage ist erlaubt und man kann sie mit einem eindeutigen „JA“ beantworten! …..gefahren sind wir auch – jeden Tag in eine andere Richtung – um die Kurven rund um den Gardasee zu erkunden. Ohne Regenklamotten bzw. Gore-Tex-Membran traute sich aber keiner von uns auf’s Moped. Und bei der „überwiegend“ vorgefundenen Straßenbewässerung konnten wir auch gleich unsere Reifen auf die Nasstauglichkeit testen.
Gut, der ein oder andere hatte für sich entschieden, die Gashand etwas behutsamer zu bewegen. Einige von uns hatte aber die feuchtfröhliche Asphaltdecke nicht davon abgehalten, die vorhandenen Pferdchen zur Arbeit zu bewegen um ordentlich am Kardan zu drehen, oder die Kette zum Rotieren zu bringen! Die Leistung muss schließlich auf die Straße, das – w i e – musste jeder für sich selbst entscheiden.
So, einen groben Überblick habt Ihr ja schon mal bekommen. Jetzt steigen wir ein, in die Beschreibung der außergewöhnlichen Ereignisse und Vorkommnisse auf dieser KBB – Gardasee – Tour 2015. Der Termin für die Abfahrt war ausgemacht: Donnerstag, 21.05.2015. Ich hatte die Tourenplanung übernommen und eine anspruchsvolle Anfahrt über einige schöne Alpenpässe der Schweiz und Italien eingeplant. Am Dienstag-Abend schaute ich sicherheitshalber noch einmal auf die Internetseite bei „www.Alpenpässe.com“, um mich zu vergewissern, dass all meine Pässe auch offen waren.
Doch mich traf der Schlag! Einer nach dem anderen angeklickt und über die Hälfte der Pässe waren als „geschlossen“ oder mit „geschlossener Schneedecke“ und „für Bikes nicht befahrbar“ markiert! Auch der Wetterbericht, der einen Tag zuvor noch sonnige +22 Grad versprach, zeigte für den Donnerstag ganze 14 Grad – immerhin „plus“ an. Das war ja eine schöne Sch….!
Da blieb nur eines – eine neue schnelle Route zu programmieren und zwar über Kempten, Fernpaß und die Brennerautobahn. Erst kurz nach Bozen sollte das Wetter etwas besser werden und ich konnte über den Mendelpass (1.363 m) – dann Campo-Carlo-Magno (1.682 m) – und dann direkt zum Gardasee planen. Diese Route hätte ich für Anfänger gewählt – aber uns blieb nichts anderes übrig – überzeugt Euch selbst!
Tour-Tag 1: Donnerstag, 21.05.2015
Als Treffpunkt hatten wir wegen der zentralen Lage Bilfingen ausgemacht. Um 06:45 Uhr sollten alle da sein, sodass wir pünktlich um 07:00 Uhr losziehen konnten. Das hatten alle verstanden – außer – einer ist ja immer der Letzte. Um 07:20 Uhr war er dann endlich da, unser Hubert.
Die Anfahrt war zuerst „frisch“ – das ging bis zum 1. Halt kurz vor der Österreichischen Grenze. Danach wurde es auch noch „feucht“ und spätestens am Brenner, wo wir eine kurze Schneeballschlacht eingelegt hatten, um wieder warm zu werden, wurde aus dem „frisch“ ein eindeutiges „eiskalt“! Ich bedauerte Markus, der bis dahin nur seinen Lederkombi anhatte. Unsere neuen HELD-Textilkombis mit Gore-Tex-Membrane hielten da richtig kuschelig lauwarm!
Außer zum Tanken und was soll ich klagen – um die Mautgebühren zu bezahlen, wollte niemand anhalten. So schnell als möglich ab zu den „wärmeren“ Gefilden des Gardasee’s. Doch da hatten alle viel zu viel Hoffnung. Wir wurden arg enttäuscht – am und um den Gardasee war das Wetter nur unwesentlich „besser“………
……wie man an diesem Bild sehen kann. Das Wort „besser“ mussten wir allerdings ganz neu definieren!
Doch eins nach dem anderen. Wegen der Wetterverhältnisse war die Anfahrt mehr als „beschwerlich“. Die Temperaturen wollten einfach nicht zunehmen – bis kurz vor dem Gardasee waren es gerade mal +7 Grad und das bei diesigem wolkenverhangenem Himmel und leichtem Regen. Doch als wir dann die Gardasee-Fähre betraten stiegen wenigstens die Temperaturen auf gute +13 Grad.
Auf jeden Fall waren alle gesund und munter angekommen und die Hoffnung auf Wetterbesserung war groß. Entsprechend gestaltete sich dann der Abend. Nachdem das Gepäck in den Zimmern verstaut war, trafen wir uns zum gemütlichen Stelldichein! …….und anschließend zu einem sehr guten Abendessen. Wir hatten schließlich Vollpension gebucht. Nachdem das Essen erledigt war, begann die Diskussion über das Tagesgeschehen und vor allem, über die Planung für die nächsten Tage. Nach diesem sehr anstrengenden Tag wolten alle sehr früh ins Bett.
Tour-Tag 2: Freitag, 22.05.2015
Endlich, das Wetter hatte sich gebessert – Sonne pur, also wesentlich besser als am Anreisetag, aber die Wolken wollten einfach nicht verschwinden. Nach dem Frühstück war eine Tour in Richtung Nord-Osten angesagt. Also rüber über den Gardasee mit der Fähre und angelegt in „Torri del Binaco“. Von hier aus ging es dann, von der östlichen Seite des Sees rein ins Trentino.
Aber wie es der Teufel so wollte, ging es unserem Tour de Chef nicht schnell genug. Er übersah eine rote Ampel und wunderte sich noch, dass 6 Bikes vor ihm in die Bremsen stiegen. Ihn beeindruckte das nicht im geringsten und so kam es, dass er Markus voll in die Seite fuhr, sozusagen von hinten „abschoss“. Die KTM von Markus war nicht mehr fahrbereit. Tja, da gab es nur eins – Ruhe bewahren und zurückziehen in ein kleines Cafe, um einen Cafe zu trinken. Beim Cafe wurde dann ein Plan geschmiedet. Da die nächste KTM-Werkstatt in Verona war, bot sich Stephan an mit Markus zusammen dorthin zu fahren und nach Ersatzteilen zu schauen. Huberts BMW richteten wir vor Ort, so dass die wieder fahrfähig war. Heigoo und ich fuhren mit Hubert (dieses mal Hubert als Sozius) zum nächsten Krankenhaus, denn Hubert klagte über Schmerzen an den Zehen. Wie sich herausstellte, hatte er sich tatsächlich beim Aufprall auf Markus KTM-Fußrasten einen Zeh gebrochen. Das tat in jeder Hinsicht weh!!! Der Rest der Crew wartete geschlagene 3 Stunden im Cafe und vertrieb sich die Zeit – Tagesausfahrt a d e !
Kennt ihr das Lied von den 10 kleinen Negerlein – da waren’s nur noch „Acht“ Motorräder.
Am Abend waren alle geschafft von diesem „Horror-Trip“ und keiner hatte nach dem Essen noch irgendeine Aktivität vor. Auch das Wetter, das dann am Ende des Tages doch noch mit Nieselregen endete, hatte seinen Teil zur mäßigen Stimmung beigetragen. Nach wenigen Bierchen entschieden wir uns für’s Bett.
Tour-Tag 3: Samstag, 23.05.2015
Der Samstag begann vielversprechend – naja, wenigstens die Sonne zeigte sich mal wieder. Wir starteten nach dem Frühstück und wollten die kurvige in den Fels gemeißelte Hammerstraße nach Tremosine hinauf und von dort dann weiter ins Hinterland. Selbstverständlich besuchten wir „unser“ Stamm-Hotel*** „Panorama del Garda“. Von dort hat man einen wunderschönen Aus- und Überblick über die nördliche See-Seite.
Heiko überraschte Jürgen (er liebt Holländer Motorräder) mit einem gelben Kennzeichen – das Rennen konnte beginnen!
Wir waren bereits um 14 Uhr zurück von einer sehr schönen Rund-Tour.
Dann kam der Nachmittag und der war superchaotisch, aber es sollte schlimmer kommen! Bei einer urigen Terrassen-Party vor dem Chalet von Markus, Romeo und Thorsten ging es dann richtig zur Sache – wie man sieht. Es fing alles ganz langsam an mit einer ganz einfachen Dose Bier……..
…………. Wir dachten, dass dieser Spaß nicht zu toppen war, a b e r nach dem Abendessen ging es dann erst richtig zur Sache – wie man sieht. Mit einem „Verdauerle“ fing alles ganz langsam an, a b e r d a n n …………………. und endete, naja seht halt selbst!
Man kann schon sagen, dass da mal wieder richtig „Dampf“ in der Bude war, auch weil Alain, der Chef des Hauses einen rausgemacht hatte. Eine (oder waren es zwei, drei ….??) Flaschen Limoncello, ein echtes Kopfweh-Getränk – wie sich am nächsten Morgen herausstellte. Auf jeden Fall hatten alle Biker (wie sagt man so schön) „Anlaufschwierigkeiten“.
Tour-Tag 4: Sonntag, 24.05.2015
Weiter ging’s – am Sonntag nach einem ausgiebigen, guten Frühstück. Aufgrund seiner anhaltenden Schmerzen, entschied sich Hubert, heute nach Hause zu fahren um am Montag nach seinem Fuß schauen zu lassen. Das war natürlich nicht so wie wir uns das vorgestellt hatten, aber wir alle haben ihm zu diesem Schritt geraten. Gesundheit geht vor!
Das Wetter war überraschend gut und den Rest der Truppe (10 Bikerinnen und Biker) zog es auf die andere Seite des Sees, und weiter in nördliche Gefilde.
Nachdem wir wieder zurück waren stellte sich ein fröhliches Getränke-Inn ein. Aber spät wurde es an diesem Tag nicht. Ganz gemütlich wurden noch ein paar Bierchen gezischt und dann ging’s ins Bettchen. Ich denke, der Vorabend hat bei einigen „Schäden“ hinterlassen.
Tour-Tag 5: Montag, 25.05.2015
Auch an diesem Montag hat uns die Sonne gefehlt, nur vereinzelt konnten wir sie kurz erblicken. Wolken, wohin man schaute und die blauen Flecken dazwischen waren spärlich! Aber wir wollten die Dolomiten mit ihren wunderschönen Bergketten etwas näher betrachten. Also rauf auf die Kisten – ohne Regenklamotten mitzunehmen, traute sich allerdings niemand von uns auf Tour.
<< So sieht es hinter der Kanone aus und so wenn Romeo durchschaut!>>
Am „Passo del Tonale“ (1.883 m) gab es eine Erfrischung. Den zweiten Halt gab es in der „Speck Stube Alimonta“ gleich nach St. Anmtonio di Mavignola. Dort hatten wir dann richtig zugeschlagen. Alles super lecker und sehr zu empfehlen.
Abends das übliche Stelldichein! Da wir heute etwas früher zurück waren, nahmen wir uns noch einmal das Chalet von Thorsten, Markus und Romeo vor. Dort hatten die Drei ihre Bude gemütlich warm aufgeheizt. +26 Grad, das war mal eine Ansage. Trotzdem haben wir es uns draußen auf der Veranda gemütlich gemacht. Der Umfang an Bierdosen beweist die Bombenstimmung!
Tour-Tag 6: Dienstag, 26.05.2015
Heute sind 3 Bik’s nach Hause gefahren, weil sie am Dienstag wieder arbeiten mussten. Susi&Stephan, Rainer und Thorsten nahmen den direkten Weg über die Autobahn. Der Rest der Gruppe (Emil, Heiko, Markus, Romeo und Tine&Jürgen) hatten Mittwoch noch frei und hatten nicht den direkten Autobahn-Weg genommen, sondern waren mutig und fuhren zu einem weiteren Zwischen-Stopp über Livigno nach Hause. In Livigno war nochmal eine Übernachtung im Hotel*** GALLI mit zollfreiem Einkauf fällig.
Die Anfahrt war mehr als anspruchsvoll, denn sobald wir die 2.000 m – Marke erreichten, wurde es richtig frisch – NEIN – eisig kalt. Im Hotel aufgewärmt, waren wir alle für einen Einkaufsbummel bereit – zollfrei versteht sich. Die Spritpreise hier in Livigno sind sensationell – 1 Liter Super plus für unter 1 Euro – gnadenlos billig! Aber außer dem Sprit hat jeder noch einiges andere gefunden und ob die Waren jetzt günstig waren, bezweifelte nur ich!
Tour-Tag 7: Mittwoch, 27.05.2015
Als ich an diesem Morgen aus dem Fenster schaute, war ich voller Mut, dass wir es nach Hause auf jeden Fall trocken schaffen würden. Überall noch Wolken, aber die Sonne blinzelte immer wieder zwischen den grauen Fetzen hindurch. Nicht schlecht, dann los geht’s.
Am Livorno-Stausee vorbei, dann durch den langen Tunnel rüber zum Flüela-Pass. Und da waren sie schon wieder – die dunklen Wolken, die bis runter auf den Pass reichten – Schei.., zu früh gefreut. Das ganze trübe Gebilde wurde durch den dort liegenden Schnee zum Happening für echte Snow-Biker.
Tja, jeder Urlaub geht einmal zu Ende – leider. Obwohl das Wetter in diesen 7 Tagen nicht unbedingt geeignet war, die Motorräder zu bewegen, hat es uns allen sehr gut gefallen. Urlaub ist halt doch etwas ganz besonderes und wenn dann noch die richtigen Leute zusammen kommen, wird’s lustig – und das war es ganz sicher!
Wer war dabei: Susi&Stephan, Tine&Jürgen, Emil, Hubert, Heigoo, Rainer, Markus, Romeo und Thorsten
2015-06-03; 2021-03-12 / JR