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Bericht aus „MOTORRAD“

Erlkönig neuer BMW Boxermotor (2018)

Flat-Twin mit mehr Hubraum und 136 PS

BMW arbeitet an einem neuen Boxermotor, der weiter an Leistung und Drehmoment gewinnt. Zuletzt wurde eine R 1200 RT mit dem neuen Boxermotor erwischt. Jetzt gibt es weitere Detailinfos.

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Mit der Wasserkühlung brachte BMW den aktuellen Boxermotor auf ein anderes Level. Mit 125 PS und viel Drehmoment verwöhnt der Flachmann auch anspruchsvolle Zeitgenossen. Ein bisschen mehr darf es bald trotzdem sein.

Unsere Erlkönigbilder zeigen die noch geheime neueste Version des Boxers. Mit völlig neuen Zylinderköpfen soll dabei nicht nur die Leistung angehoben, sondern auch das Laufverhalten in Teillast verbessert werden. Der Trick: Mit einem Schaltnockensystem auf der Einlassseite realisiert BMW zwei Charaktere in einem. Denn die Einlassnockenwelle hat pro Ventil zwei Nockenprofile zur Auswahl. Für Teillast, Standgas und niedrige Drehzahlen kommt ein zahmes Nockenprofil mit weniger Ventilhub und kürzeren Steuerzeiten zum Einsatz. Soll die volle Leistung abgerufen oder hart beschleunigt werden, schaltet der Motor auf die scharfen Einlasssteuerzeiten um.

84 cm³ mehr und 136 PS

Dieser „Schaltnockenmotor“ genannte neue Boxer kann so deutlich an Leistung gewinnen. Und das nicht nur, weil die scharfen Steuerzeiten höhere Spitzenleistung möglich machen, sondern auch, weil die zahmen Steuerzeiten die zulassungsrelevanten Abgas- und Geräuschkennfelder bestens und einfacher realisieren.

Der Schaltnockenboxer ist an den neuen Deckeln zu erkennen.

Denn hier haben Motoren mit hoher Leistung und starren Steuerzeiten durchaus Probleme. Und die nächste Stufe der Vorschriften, die Euro 5-Homologation, wird nicht mehr lange auf sich warten ­lassen. So kann der zukünftige Boxer noch viele Jahre sein blechernes Lied trommeln, wobei zu wünschen ist, dass der Motor auf der scharfen Nocke gefahren nicht allzu penetrant wird.

Auffallend an dem Erlkönig: Neben dem viel größeren Zylinderkopfdeckel führen die Münchner die Abgaskrümmer anders. Der Auslasskanal scheint größer zu sein und auch etwas mehr nach vorne gerichtet. Die Krümmer selbst wirken auf den ersten Blick etwas kürzer, aber dicker. Da hat man offensichtlich nach Leistung gesucht. Wie viel wird es sein? Britische Medien melden jetzt mit Bezug auf interne BMW-Quellen 136 PS für die BMW GS, wobei der Zweizylinder beim Hubraum um 84 cm³ auf 1.254 cm³ zulegen soll. Die Nenndrehzahl soll mit 7.750/min. unverändert bleiben. Zulegen sollen die GS-Modelle allerdings beim Gewicht. 5 Kilogramm werden hier genannt. Dafür werden gesenkte Geräuschwerde proklamiert. Das Dezibel-Level soll von 92 auf 88 dB sinken. Womöglich durch eine weiter optimierte Abgasanlage sowie weniger mechanische Laufgeräusche durch den neuen Ventiltrieb.

Vorgestellt werden die neuen Boxermodelle vermutlich auf der Intermot in Köln oder der EICMA in Mailand.

2018-08-23 / JR

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